Schlichter

Rudolf Schlichter (1890 - 1955)

Der in Calw geborene Maler Rudolf Schlichter ist dem breiten Publikum längst nicht so bekannt wie Hermann Hesse, dabei gibt es einige biografische Parallelen.
Wie der etwas ältere Hesse reibt sich auch Schlichter an der kleinstädtischen Ende Calws, rebelliert, bricht aus (nach Karlsruhe und Berlin) und kommt in einer Art Hassliebe doch nicht los von seiner Vaterstadt.

Wie der Dichter in seinem autobiografischen Roman „Unterm Rad“ setzt sich der Maler in seinem bildnerischen Werk immer wieder liebevoll-kritisch mit Calw auseinander: Und er schreibt sogar eine Autobiografie, deren erster Band „Das widerspenstige Fleisch“ (erstmals publiziert im Rowolth Verlag, 1932) weitgehend von Kindheit und Jugend in Calw handelt. Als Künstler galt er mit seinen vielfach schockierenden und fetischistisch-masochistisch gefärbten Bildern als Bürgerschreck; die Nazis verboten seine Bücher, und seine Bilder galten als entartet (Schlichter war sogar mit zwei Werken in der berüchtigten Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ vertreten).

In Berliner Künstlerkreise genoss Schlichter dagegen hohe Anerkennung. Er war mit George Grosz und Bert Brecht eng befreundet. Eines der bekanntesten Porträts von Brecht - mit schwerer Lederjacke und Zigarre - stammt von Schlichter. Und Brecht hat seinerseits Schlichters Calw in „Furcht und Elend des Dritten Reichs“ verarbeitet. Mit Ernst Jünger verband Schlichter eine intensive Brieffreundschaft.

Die Anerkennung als Künstler blieb Schlichter zu Lebzeiten weitgehend versagt, in den letzten Jahren wird aber vor allem das große expressionistische Werk von der Kunstwelt entdeckt. Große Einzel-Ausstellungen in Berlin, Stuttgart, Tübingen und Mailand waren Publikumserfolge.

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