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Ansprache von G. Karthikeyan,
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Ich bin höchst erfreut am heutigen Tage teilzunehmen, wo Momente unserer kulturellen Geschichte an uns vorüberziehen. Heute wird die Verbindung zwischen Talasseri/Kerala und Calw/Deutschland an beiden Orten gefeiert und dadurch gestärkt. Dieses Band, das alle sprachlichen, rassischen und kulturellen Grenzen überschreitet, basiert auf einer reinen, göttlichen Liebe. Diese berührt uns auf einer tieferen Ebene und wird für immer bestehen bleiben. Wir erinnern uns mit liebevollen Gedanken an Dr. Hermann Gundert, der zwei Jahrzehnte seines berühmten Lebens hier als Missionar der deutschen Basler Mission verbracht hat. Er liebte unser Volk, beherrschte unsere Sprache und bereicherte diese sehr.
Aus der Sicht von Hermann Hesse war die Anwesenheit seines Großvaters "mystisch, bezaubernd und mächtig. Er war ein Zauberer mit einem langen weißen Bart, ein Gelehrter und ein Weiser, der beinahe jede menschliche Sprache verstand ... seine Blicke strahlten grenzenlose Freundlichkeit und unermessliche Weisheit aus." Schon als Kind las Hesse in der Bibliothek seines Großvaters in Calw und die Bilder die ihm in den Sinn kamen waren solche von Ehrfurcht und Wunder, die er kaum verarbeiten konnte. Aber mit der Reife der Zeit, so berichtet er in seiner Biographie, entwickelten sich diese Bilder, die magisch aber wahr waren, klar und lebhaft. Und natürlich zeugen und erzählen diese Bilder und Geschichten von uns! Hesse führt den schwer fassbaren und mystischen Charakter seiner Mutter auf die starke Individualität ihres Vaters zurück. Marie Gundert ist hier geboren worden und hat ihre Kindheit an diesem Ort verbracht. Sie konnte Malayalam sprechen und sogar Lieder auf Malayalam singen. Ab und an hat Hesse das weise Lächeln des Großvaters auf ihren Lippen gesehen! Aber, obwohl Hesse kein einziges mal in Talasseri war, zehrt er von diesem Ort. Seine Denkart ist geprägt von den Schätzen seines mütterlichen Großvaters, das sind die Juwelen, die er aus der feinen Sensibilität und den Schwierigkeiten mit der malayalischen Sprache und der Kultur zutage brachte. Auch wenn Hesse aufgrund seiner persönlichen Annahme schrieb und malte, prägte der indische Einfluss wesentlich die Grundlagen seiner berühmten Arbeit. Die Deutschen waren weder als Kolonialisten, noch als Regierende in Indien. Aber die Verbindung zwischen beiden Ländern ist seit den Tagen Aryans tief verwurzelt. Nirgendwo sonst ist Sanskrit so gründlich studiert und analysiert worden, wie in Deutschland. Dr. Gunderts tiefgründige Studien der malayalischen Sprache und seiner Kultur haben eine direkte Verbindung zwischen Talasseri und Calw eröffnet, der zu Folge Kerala der bekannteste indische Staat in Deutschland geworden ist. Ich bin mir sicher, dass das 125. Geburtsjubiläum von Hermann Hesse die Freundschaft, das Wohlwollen und das Verständnis zwischen diesen beiden Orten im besonderen und den beiden Ländern im allgemeinen unterstützen wird. Ich betrachte mich selbst als glücklich und privilegiert, dass ich an diesem großartigen Anlass teilnehmen darf. Ich lobe die Organisatoren und wünsche den Bemühungen allen Erfolg. Vielen herzlichen Dank, G. Karthikeyan |
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