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Ausstellungseröffnung "Reaktionsbilder" |
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Weitere Texte zu Veranstaltungen am 27.06.2002 Weitere Texte von Landrat Hans-Werner Köblitz Weitere Texte zum Thema "Über Hermann Hesse" |
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Hermann Hesse reizt zu Reaktionen. Wenn man sich auf sein Werk einlässt, muss man sich auf Reaktionen gefasst machen, muss bereit sein, manches anders zu sehen als bisher oder anders als Andere. Das gilt auch für die Kunst, für Hesse nicht nur ein Medium, sondern der wichtigste Gegenstand seiner Auseinandersetzung mit sich selbst und mit der Welt, beide nicht gerade einfach oder im wörtlichen Sinn selbstverständlich.
Der Dichter, der bekanntlich auch ein recht begabter Maler war, hat sich zeitlebens mit Kunst in allen ihren Erscheinungsformen auseinandergesetzt, mit der Musik ebenso wie mit den bildenden Künsten, der Malerei im besonderen. Unschwer kann man in "Klingsors letzter Sommer" ein Selbstbildnis des Malers Hermann Hesse erkennen, der über die Malerei, das Malen, den Maler, das Sujet, die Farben, das Bild, über Abstraktion und Abbild, auch über Ekstase und Askese, Ruhm und Einsamkeit des Künstlers reflektiert. Hermann Hesse ist nicht nur mit seinem literarischen Werk eine Ikone des 20. Jahrhunderts geworden. Auch sein fotografisches Abbild reizt immer wieder, sich mit Hesse zu befassen, mit seinem Werk, der Wirkungsgeschichte, auch mit den hartnäckigen Vorurteilen und Klischees zu und über ihn. Andy Warhols verfremdendes und gerade deswegen so gültiges Portrait des Dichters ist unter den bildnerischen Arbeiten zu Hesse wohl die bekannteste, aber natürlich nicht die einzige. Nun kommen, zum 125. Geburtstag, noch ein paar interessante Arbeiten hinzu. Es sind Reaktionen von 100 Künstlerinnen und Künstlern auf zwei Portraits des Dichters. Es sind ihrerseits Auseinandersetzungen nicht nur mit den zwei mehr oder weniger willkürlich gewählten Portraitbildern, sondern mit Hesse, mit seinem Werk und dessen weltweiter Wirkung, Kunst natürlich selber, aber auch Kunst über Kunst, über einen berühmten Künstler, eine Hommage an den berühmten Kollegen, den Dichter, der gern Maler geworden wäre wie viele seiner Freunde.
Hermann Hesse, der nicht eben uneitel gewesen sein soll, hätte unsere Ausstellung sicher gefallen. Als Calwer, der er trotz aller Welterfahrung ein Leben lang blieb, hätte er sein Wohlgefallen aber ebenso sicher gut versteckt hinter seiner Meinung, dass Bilder nicht nötig seien, seine Literatur zu verstehen. Recht hat er auch damit, doch interessant sind sie allemal, und oft sind die Um-Wege zum Verständnis die schönsten. Hans-Werner Köblitz |
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© 2003 Stadt Calw - Impressum - HesseStadtCalw.de - Letzte Änderung: 14.08.2003 |
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