Am Grab Dr. Hermann Gunderts am 2. Juli 2002
Begrüßung durch Pfarrerin Ehni

 
 

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Namaskar , verehrte Damen und Herren,

Im Namen der Hermann - Gundert - Gesellschaft hat die Vorsitzende Frau Dr. Margret Frenz Blumen niedergelegt.

Wir gedenken eines Mannes, der mit seinem Leben und Werk schon im 19.(!) Jahrhundert einen Meilenstein gelegt hat auf dem Weg des Dialogs zwischen Kulturen und Religionen.

Als Vertreterin einer deutschen evangelischen Kirche danke ich all denen, die mit ihrer Forschung und ihren Beiträgen besonders in der Hermann - Gundert -Gesellschaft sowohl in Indien wie auch in Deutschland angetreten sind, dieses Erbe aufzuarbeiten.

Dadurch haben sie auch für mich die Spur aufgenommen, die Hermann Gundert gelegt hat: wir sind mitten drin gerade auch im religiösen Dialog: das heißt: im Zuhören und Kennenlernen, in der Begegnung.

Und wir hoffen, dass dies alles zu einem friedlichen Miteinander-Leben führt – auch wenn Unterschiedliches und je Eigenes die Religionen charakterisiert und charakterisieren wird.

Zwei Bewegungen nehme ich bei Hermann Gundert wahr:

Die eine Bewegung geht nach innen:

Das ist seine religiöse Verwurzelung im Glauben an den dreieinigen Gott und dem, was ihm darin zur zentralen mystischen Erfahrung geworden ist: Eintauchen in das große liebende Herz Jesu

er schreibt vom Abend des 16. Augusts 1836 in Melur: (Zitat)

"Dieser Abend wird mir erinnerlich bleiben. ... Die Stille der Nacht, die milde Luft, die hellen Sterne – alles half mir, einmal auch recht dankbar zu sein, dass Gott mich auf diesen Weg geführt hat. Wir brauchen solche Punkte in unserem Lauf, wo wir Haltmachen und vom Geist Gottes aller der halben, ängstlichen, aufgeregten Gedanken und Wünsche und Erinnerungen entleert werden, indem er ihnen einen Ausweg in das große Herz Jesu öffnet." (H. Gundert, Quellen zu seinem Leben und Werk Bd 3/1 S.57 )

Die andere Bewegung geht nach außen: zu den Menschen hin:

Hermann Gundert ist mit offenen Augen durch diese Welt gegangen, war neugierig und voller Forscherdrang und er setzte in die Tat um, was nötig war: als Lehrender und als Lernender hat er so die Bildung vorangetrieben mit der Gründung von Schulen und mit seinen Forschungen besonders im Bereich der Malayalam – Sprache in Kerala / Indien.

Dass unser ganzes Tun ein Ziel hat über den Tag hinaus, kommt in einem Spruch Jesu aus der Bergpredigt zum Tragen, den Hermann Gundert als zentral für seinen Glauben erlebt hat ( siehe Predigtausarbeitung zu Matth.5,8 27.Juli 1843 bei Konrad Pflug, Hermann Gunderts Leben in: H.Gundert, Dialog der Kulturen S.22) und mit dem ich schließen möchte: "Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen." Nani. Dankeschön.

Pfarrerin Margret Ehni, Calw-Holzbronn