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Beitrag von J. M. Lobo |
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Die Stadt Mangalore aus der ich stamme, ist eine der bedeutendsten Hafenstädte an der indischen Westküste von Karnataka. Sie ist mindestens 2000 Jahre alt und wurde bereits im 2. Jahrtausend von dem griechischen Reisenden Megasthenes erwähnt. Später wurde sie dann nach der indischen Göttin Mangala Devi "Mangalapura" benannt. Zu jener Zeit herrschte im Hafen ein geschäftiges Treiben. Schiffe transportierten indische Güter zur arabischen und ostafrikanischen Küste. Interessanterweise ist die somalische Bezeichnung für Ziege "aadu" dieselbe, wie die in der indischen Sprache Kannada. Die gesamte Westküste von Karnataka und Kerala wird "Parashurama Srishti" genannt. Es wird erzählt, daß die gesamte Region von einem Weisen, genannt Parashurama aus dem Meer erschaffen wurde. Ein Mythos welcher nach wie vor die geographische Tatsache bestätigt, daß vor langer Zeit das gesamte Gebiet unter Wasser lag. Genau wie Calw, wird Mangalore von drei Seiten landschaftlich eingegrenzt, zum einen durch die riesigen Western Ghats, zum anderen durch Nadelwälder. Die Haupternte in und um Mangalore ist Paddy, ungeschälter Reis, welcher tatsächlich auch als Paddy Granary of Karnataka bekannt ist. Die Gegend ist gleichfalls wegen der Mangalooro Mallige, eine besondere Gattung der Jasminblume, bekannt. Mallige steht allgemein für Jasminblume. Ich bin stolz sagen zu können, daß Mangalore und seine umgebenden Gebiete als Modell für eine Koexistenz stehen. In Mangalore leben etwa 500.000 Menschen, darunter Hindus, Moslems und Christen in beinah gleicher Anzahl. Die gesprochenen Sprachen sind Kannada, Konkani, Tulu und Mapla. Kurz gesagt, es ist eine multikulturelle, vielsprachige und multireligiöse Gesellschaft, die bekannt für ihre kosmopolitische Existenz ist. Nach der Unabhängigkeit wuchs Mangalore ab 1950 zu einem bedeutenden Wissenszentrum heran. Die Mangalore Universität, gegründet 1982 liegt an einem malerischen Platz, genannt Konaje. Im Dakshina Kannada Distrikt gibt es insgesamt sechs medizinische und technische Hochschulen. Des weiteren Krankepflege-, Naturheilkunde- und Ausbildungsschulen. Es freut mich, sagen zu können, daß die Mangalore Universität als erste so innovative und neue Studiengänge wie Hotelmanagement und Moderne Technologie anbot. Diese akademischen Bildungszentren locken hunderte von Studenten in ganz Indien und aus dem Ausland an. Die Menschen von Mangalore sind außerdem für ihr Unternehmertum bekannt. Fünf indische Staatsbanken wurden hier gegründet. Auch die Hotelindustrie dieser Gegend ist im ganzen Land bekannt. So ist es auch mit der Ziegelindustrie, deren Produkte tatsächlich Mangalore Ziegel genannt werden. An dieser Stelle muß gesagt werden, daß die Menschen von Mangalore den deutschen Missionaren welche sie an die Industrie heranführten, dankbar sind. Tatsächlich erinnern sich die Menschen von Mangalore aus den verschiedensten Gründen mit Dankbarkeit an die deutschen Missionare, die der Basler Mission zugehörten. Diese gründeten Schulen, Hochschulen, technische Einrichtungen, Krankenhäuser und karitative Einrichtungen. Eine homöopathische Klinik, gegründet durch eine Frau Müller ist heute eine der größten Lehrkrankenhäuser mit eigener medizinischer Hochschule. Die erste private Hochschule für Frauen, heute St. Agnes College, wurde ebenfalls von Missionaren zum Leben berufen. Aus all diesen aufgezählten Gründen und noch vielen anderen mehr, möchte ich, auch im Namen der Bürger von Mangalore und der Dakshina Kannada Region unsere Anerkennung und unseren Dank für die geleistete Arbeit und die Selbstlosigkeit der Missionare, aussprechen. Ich bin glücklich die herzlichsten Grüße von unserem Oberbürgermeister und den Stadträten von Mangalore, hier an den Oberbürgermeister, die Beauftragten und die Stadträte von Calw, überbringen zu dürfen. Dies verbunden mit der wiederholten herzlichen Einladung nach Mangalore. Danke J. M. Lobo |
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© 2003 Stadt Calw - Impressum - HesseStadtCalw.de - Letzte Änderung: 15.08.2003 |
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