Maria Andreä

Maria Andreä (1550 - 1632)

Hofapothekerin

Die Mutter des Theologen und Reformators Johann Valentin Andreä war eine gebildete Heilkundige, die aufgrund ihres Wissens und sozialen Engagements bei Hofe geschätzt und von den BürgerInnen verehrt wurde.

Als "Mutter der Stadt" und "Mutter der Armen" wurde Maria Andreä von der Bevölkerung Calws gepriesen, wo sie ihre letzten zehn Lebensjahre im Dekanatshaus bei ihrem Sohn Johann Valentin Andreä (1586-1654) verbrachte. Ihr soziales Engagement und ihre selbstlose Tätigkeit als Heilkundige haben die Zeitgenossen, auch der Sohn in seiner lateinischen Gedenkschrift "Merita Materna praedicta a filio", stärker hervorgehoben als ihre medizinischen und wissenschaftlichen Kenntnisse.

Maria Andreä

Geboren am 23. Oktober 1550 in Herrenberg als Tochter des Stadtvogts Valentin Moser und seiner Frau Margarete Hiller, erhielt sie nach dem frühen Tod der Mutter eine gediegene Ausbildung durch die Großmutter: Neben Lesen und Schreiben lernte sie Krankenpflege, Arznei- und Kräuterkunde.

Mit 26 Jahren heiratete sie Johann Andreä, Pfarrer in Hagelloch, später Dekan in Herrenberg und Abt in Königsbronn. Obwohl von sehr unterschiedlichem Charakter - er liebte Musik, Gesellschaft, Alchemie - hat das Beispiel der elterlichen Ehe den Sohn zu einem zeituntypischen Leitsatz angeregt: "Die häuslichen Arbeiten werden von Mann und Frau erledigt." Als 51-jährige Witwe zog Maria Andreä mit ihren sieben Kindern nach Tübingen, um den vier Söhnen ein Studium zu ermöglichen. 1607, als auch die Töchter verheiratet waren, folgte sie der schon früher geäußerten Bitte Herzogin Sibyllas, als Vorsteherin in die am Württembergischen Hof bestehende Apotheke zu kommen. Dies war eine fürstliche Wohlfahrtseinrichtung, im Stuttgarter Alten Schloss untergebracht, in der bedürftige Kranke unentgeltlich versorgt wurden. Durch ihre asketische und aufopfernde Lebensart soll Maria Andreä sich selbst bei den luxusorientierten Hofleuten hohe Achtung erworben haben.

Als Freundin und Vertraute der Herzogin folgte sie ihr im folgenden Jahr auf ihren Witwensitz in Leonberg, stellte auch dort Arzneien und Heilgetränke für Wöchnerinnen und Kranke her und unterstützte die Herzoginwitwe bei ihren karitativen Aktivitäten. Sicherlich hatte sie Anteil an der Bepflanzung des bis heute berühmten Pomeranzengartens.

Nach dem Tod Sibyllas 1614 lehnte Maria Andreä eine Rückkehr nach Stuttgart wegen ihres Alters ab und lebte abwechselnd bei ihren Kindern, nach 1622 in Calw. Als sie am 25. Januar 1632 starb, folgte die ganze Bürgerschaft ihrem Leichenzug. Heute erinnert nichts mehr an die "Mutter der Stadt", nicht einmal ein Bildnis oder ein Grab, der Grabstein ist ebenso verschollen wie ihr handgeschrie-benes Arzneibuch.

"Sie regierte das Haus gleich einer Fürstin, diente gleich einer Magd".



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