Stadtteile

Die Hesse-, Fachwerk- und Schwarzwaldstadt Calw präsentiert sich als eine attraktive Stadt mit hoher Lebensqualität, die immer mehr Menschen für sich entdecken. Vor allem für Familien mit Kindern hat die Stadt in vielerlei Hinsicht etwas zu bieten. Neben einem umfangreichen Bildungsangebot schätzen die Calwer die vielfältigen Möglichkeiten im Bereich Musik, Sport, Freizeit und Kultur. Und überzeugen Sie sich von den vielen Vereinsangeboten.
Harmonisch fügen sich die kleinen Läden, Straßencafés, Galerien und Kneipen in das historische Fachwerkensemble der Innenstadt und sorgen so für ein stimmungsvolles Ambiente. Die Altstadt lädt ein zum Einkaufen, Bummeln und Verweilen und bietet gleichzeitig eine beeindruckende Kulisse für Veranstaltungen wie den "Gerbersauer Lesesommer", die "Kulturnacht" oder "Calw rockt".
Die Ortschaft Altburg (2.675 Einwohner) liegt ganz auf der Schwarzwaldseite im Westen der Stadt und ist ein Dorf mit spürbarer bäuerlicher Tradition, eingebunden in die Landschaft der Hochfläche zwischen Nagold und Enz mit seinen Streuobstwiesen. Weithin sichtbar prägt der wehrhafte Turm der Martinskirche die Silhouette des Ortes. Er stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist der älteste Teil der schönen Kirche, die mit dem Pfarrhaus (erbaut 1784/85) und dem Friedhof ein schönes Ensemble bilden. Zur Ortschaft Altburg zählen die Ortsteile Oberriedt und Spindlershof in östlicher sowie Weltenschwann und Speßhardt in südwestlicher Richtung gelegen. Am stärksten touristisch geprägt ist Speßhardt, das bei Schwarzwald-Touristen für seine idyllische Lage im weit geschwungenen Wiesental des Rötelbachs bekannt ist Geschichte: Altburg wurde 830 Altbura genannt und erstmals 1075 in einer Urkunde Kaiser Heinrich IV als „Altpuren“ (zu den alten Häusern) genannt. Nach den Grafen von Calw und von Vaihingen kommt Altburg 1339 an die Grafen von Württemberg. Von der Burg, die bereits 1522 eine Ruine war, ist heute nur noch der Burggraben erhalten. Das ehemalige Schloss ist abgebrochen worden. 1795 begann Pfarrvikar Bohnenberger durch Bestimmung der geografischen Lage von Altburg das große Werk der berühmten „Charte von Schwaben“.
Der Ortsteil Alzenberg (1007 Einwohner) wurde bereits 1935 nach Calw eingemeindet. Er liegt auf den Höhen nordwestlich der Kernstadt. Alzenberg bildete in früheren Jahrhunderten zusammen mit den Weilern Speßhardt und Oberriedt eine Gesamtgemeinde, die erst 1908 den Namen Alzenberg erhielt. Zuvor bildete Speßhardt den Hauptort, der schon früh zum Herzogtum Württemberg gehörte.
Im Jahr 1933 wurden die Weiler Oberriedt und Speßhardt in das benachbarte Altburg (heutiger Teilort der Stadt Calw) umgemeindet. Es folgte die erwähnte Eingemeindung Alzenbergs nach Calw.
In einer Beschreibung von 1841 hieß es über Alzenberg: „Der Weile liegt in einer hohen und wilden Gegend“. In den 1970er Jahren wurden Überlegungen angestellt, den Stadtteil durch den massiven Bau von Wohnsiedlungen und eine besonders geförderte Infrastruktur auf 5000 Einwohner anschwellen zu lassen.
Diese Pläne wurden jedoch nicht durchgeführt, so dass sich der „älteste“ Teilort der Stadt heute als ruhige, historisch geprägte, aber auch moderne Insel im Stadtgebiet präsentiert.
Die Ortschaft Hirsau (2.197 Einwohner) mit seinem Ortsteil Ernstmühl liegt flussabwärts nur etwa drei Kilometer von Calw an einer der reizvollsten Stellen im Nagoldtal. Die Geschichte Hirsau beginnt um 760 mit dem Bau der Nazariuskirche, 830 wird das Aureliuskloster gegründet, das aber verfällt und ab 1059 an anderer Stelle größer wieder aufgebaut wird. Der universal gelehrte Abt Wilhelm machte das Kloster Hirsau zu einem der einflussreichsten Klöster in ganz Europa. Nachdem der Klosterbesitz im 16. Jahrhundert an das Herzogtum Württemberg gegangen war, ließ Herzog Ludwig von Württemberg innerhalb der Klostermauern ein Jagd- und Lustschloss erinnern. 1692 zerstörte Mélac Kloster und Schloss. Die politische Gemeinde Hirsau entstand erst 1830 und kam 1975 im Zug der Gemeindereform zu Calw. Der Doppelname Calw-Hirsau wurde jedoch nach bereits einem Jahr wieder abgeschafft. Als Luftkurort mit seinem gesunden Reizklima und den Kurlangen hat Hirsau eine Naherholungsfunktion für gestresste Großstädter aus den Ballungszentren Stuttgart und Hirsau. Darüber hinaus zieht in der fantastischen Kulisse der Klosterruine Jahr für Jahr der Calwer Klostersommer tausende Besucher an. Baugeschichtlich hochinteressant sind neben der 800 Jahre alten Aureliuskirche die Klosterruine St. Peter und Paul (1082 – 1091) mit ihrem romanischen Eulenturm, dem gotischen Kreuzgang (1482 – 1485) und der unversehrt erhaltenen spätgotischen Marienkapelle 1508 – 1516). Bemerkenswert ist auch die Ruine des Renaissance-Jagdschlosses (1588 –1592), in deren Mauern die von Ludwig Uhland besungen Ulme zu Hirsau stand. Im März 1989 musste der 250 Jahre alte Baum, dessen Krone das fehlende Dach ersetzte, wegen einer Krankheit gefällt werden.
Mit dem Bau des Stadtteils Heumaden wurde erst 1959/60 begonnen, nachdem Calw 1957 Bundeswehrstandort geworden war (1962 wurde die Graf-Zeppelin-Kaserne eingeweiht, die heute Standort der militärischen Spezialeinheit KSK ist). Heute ist Heumaden mit 5.089 Einwohnern der größte Calwer Stadtteil. Der Name kommt vom ehemaligen Flurnamen „Große Heumaden“ her, denn vor der Bebauung wurde die Hochfläche nur landwirtschaftlich genutzt. Der Stadtteil ist geprägt von den Wohnblocks der 60er und 70er Jahre. In den letzten Jahren kamen jedoch aufgrund der starken Nachfrage mehrere Wohnbauflächen hinzu, die zum Wachstum des Stadtteils beitrugen.
Eingerahmt von Obstbaumwiesen liegt Holzbronn auf einer Hochebene des Heckengäus im Süden der Stadt. Der kleinste Stadtteil (750 Einwohner) hat mit Bedacht seinen dörflichen Charakter erhalten und sich auch in jüngerer Zeit nur behutsam in die offene Landschaft ausgedehnt. Holzbronn ist um 1150 von den Calwer Grafen als Lehenssiedlung „Holtzspronn“ gegründet worden. 1345 kam der Ort zu Württemberg, 1792 wurde Holzbronn eine selbstständige Gemeinde. Das Ortsbild wird geprägt von der Bernhardskirche: Mit ihrem eigenwilligen pagodenartigen Turm ist sie 1907/08 in den Formen des Jugendstils errichtet worden. Im Inneren enthält sie zum Teil noch Bilder, die nach dem Neubau im 18. Jahrhundert von den Gemeindemitgliedern gestiftet wurden.
An der Nahtstelle zwischen Schwarzwald und Gäu liegt Stammheim (4.786 Einwohner). Die Geschichte Stammheims, als eine der wohl ältesten Ortschaften im Landkreis Calw, beginnt etwa fünf Jahrhunderte vor Christi Geburt mit einer keltischen Niederlassung. Auch die Römer haben ihre Spuren hinterlassen: 1911 wurde eine Villa Rustica ausgegraben. 1973 hat man eine alemannische Friedhofsanlage gefunden. Um 830 wird der Ort zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Im 14. und 15. Jahrhundert erwirbt das Kloster Hirsau nach und nach den Ort, der nach der Reformation an Württemberg kommt. Zusammen mit dem alten Pfarrhaus und dem Friedhof bildet die Martinskirche die Mitte des Dorfes. Über dem gedrungenen Quadrat des Turms sitzt das Achteck des Glockengeschosses. Der Turm stammt aus dem 11. Jahrhundert und wurde im 14. Jahrhundert erhöht. 1790 wurde das Kirchenschiff abgebrochen, danach wieder aufgebaut und verlängert. Der Chorraum mit seinem Gewölbe aus dem 14. Jahrhundert und den Fresken an den Wänden lohnen eine Besichtigung. Der Kirche gegenüber steht eines der schönsten Fachwerkhäuser der ganzen Stadt: das so genannte „Fischerhaus“ wurde 1464 erbaut und 1739 umgebaut. Beim großen Brand am 20. April 1945 wurde das Gebäude verschont.
Der Stadtteil Wimberg (2.177 Einwohner) auf der westlichen Talseite war vor Jahrhunderten ein selbstständiger Weiler, der zu Württemberg gehörte. Nach und nach kaufte die Stadt im 16. Jahrhundert die Höfe auf. Erst 1949 begann Calw den Wimberg (früher Wynnperg oder Windberg) zu besiedeln. Zahlreiche heimatlose Flüchtlinge aus Ost- und Südosteuropa fanden hier eine neue Heimat. In den letzten Jahren ist der Stadtteil durch neue Wohnbauflächen weiter gewachsen. Alzenberg (1.007 Einwohner) war früher ein selbstständiger Weiler mit stattlichen Höfen und kam 1935 zu Calw.