Calwer Stadtgarten
Natur, Panorama und Freizeitspaß: Der neu gestaltete Calwer Stadtgarten begeistert mit historischem Baumbestand, spektakulären Ausblicken vom Panoramasteg und zwei Großrutschen (ab 18.9.2026, nachmittags) Richtung Innenstadt.
Nur wenige Schritte von der historischen Altstadt entfernt eröffnet sich mit dem Calwer Stadtgarten eine grüne Oase, die Natur, Geschichte und Freizeit auf besondere Weise miteinander verbindet. Hier treffen die Fachwerkhäuser und Gassen der Hermann-Hesse-Stadt auf die bewaldeten Hänge des Schwarzwalds.
Die Geschichte des Stadtgartens reicht bis ins Jahr 1871 zurück. Mit Unterstützung engagierter Calwer Bürgerinnen und Bürger entstand hier eine Parkanlage, die zu den frühen Naturlehrpfaden der Region zählt. Wesentliche Impulse lieferte der Calwer Mediziner und Botaniker Dr. Emil Schüz. Noch heute prägen außergewöhnliche Baumarten wie Wellingtonia, Douglastannen und Weymouthskiefern das Erscheinungsbild des Gartens und erzählen von seiner langen Tradition.
Im Jahr 2025 wurde der Stadtgarten umfassend neugestaltet und im Rahmen des Förderprogramms „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ zukunftsfähig weiterentwickelt. Entsiegelte Wegeflächen, klimaresiliente Bepflanzungen, Blühwiesen und neue schattige Aufenthaltsbereiche machen den Park heute zu einem attraktiven Ort für Erholung und Naturerlebnis.
Ein besonderer Anziehungspunkt ist der neue Panoramasteg. Auf rund 150 Metern Länge führt die elegante Holzkonstruktion durch die Baumkronen des Stadtgartens. Zwei Aussichtsplattformen eröffnen beeindruckende Ausblicke über die Dächer Calws und die umgebende Landschaft. Eine großzügige Sitztreppe am Lärchenweg lädt zum Verweilen und Genießen ein. Gefertigt aus Eichen- und Douglasienholz vereint der Steg nachhaltige Bauweise mit außergewöhnlicher Architektur.
Für Bewegung und Spaß sorgen die beiden Großrutschen (ab 18.9. nachmittags), die den oberen Stadtgartenbereich mit dem tiefer gelegenen Parkteil verbinden. Die 43 Meter beziehungsweise 17 Meter langen Rutschen bieten ein besonderes Freizeiterlebnis für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Statt den Weg bergab zu laufen, geht es hier mit Schwung Richtung Innenstadt.
Ob entspannter Spaziergang, Familienausflug oder kurzer Zwischenstopp während eines Stadtbesuchs: Der Calwer Stadtgarten bietet zu jeder Jahreszeit neue Perspektiven auf Calw und verbindet Naturerlebnis mit attraktiven Freizeitangeboten.
Highlights auf einen Blick
- Historischer Stadtgarten mit Wurzeln bis ins Jahr 1871
- Alter Baumbestand mit seltenen und imposanten Baumarten
- 150 Meter langer Panoramasteg aus Eichen- und Douglasienholz
- Zwei Aussichtsplattformen mit Blick über die Altstadt Calws
- Sitztreppe am Lärchenweg zum Verweilen
- Klimaresiliente Pflanzungen, Blühwiesen und Schattensitzplätze
- Zwei Großrutschen mit 43 und 17 Metern Länge
- Direkte Verbindung zwischen Altstadt und Schwarzwald
Tipp: Erst den Ausblick vom Panoramasteg genießen und anschließend mit den Großrutschen Richtung Innenstadt zurückkehren. So lässt sich der Calwer Stadtgarten auf besonders abwechslungsreiche Weise erleben.
Die Geschichte des Calwer Stadtgartens
In der Stiftungsurkunde des Georgenäums von 1868 findet sich der Hinweis, dass die Anlage des heutigen Stadtgartens als öffentlicher
Lustgarten gestiftet wurde.
Hier am Hang endete damals der Georgenäumsgarten, in dem ein Springbrunnen und zwei Pavillons standen. Im Anschluss fand man
Obstbäume und wilde, unkultivierte Flächen vor. Einige Calwer Bürger hatten die Idee, eine noch größere Parkanlage mit seltenen
Pflanzen, Sträuchern und Bäumen einzurichten. Daraus entstand sozusagen der erste Naturlehrpfad überhaupt.
Um dies umzusetzen, wurde im Mai 1870 ein Verschönerungsverein gegründet. Zweck und Aufgabe des Vereins war es, für die
Verschönerung der Stadt und deren Umgebung tätig zu sein. Zunächst rodeten sie die wilden Flächen, legten Wege in und um den
Stadtgarten und zu den romantischen Felspartien an und machten sie so zugänglich. Der Verein schuf zahlreiche Sitzplätze, baute
kleine Brücken und Pavillons, säte und setzte heimische und ausländische Pflanzen, Mammutbäume, über 36 verschiedene
Coniferenarten, Alpenpflanzen, Farnkräuter, verschiedene Nadel- und Laubhölzer, darunter Kastanien, Ahorn, Ulmen und Platanen.
Zahlreiche Büsche und Blumenbeete ergänzten die Anlage.
So entstand in den folgenden Jahren eine großzügige Parkanlage, die Gäste aus ganz Württemberg anzog. Sie kamen mit der
Eisenbahn und spazierten vom Bahnhof aus an den prachtvollen Felspartien entlang, bestiegen den Gimpelstein um die Aussicht zu
genießen oder schlugen den oberen Felsenweg Richtung Schafott ein, das heute noch erhalten ist.
Andere wählten den Weg am Gimpelstein vorbei zum Waldcafé (1904-1945), wo es oft keinen Platz mehr gab.
Nicht weit entfernt davon stand der von Dr. Emil Schüz gestiftete Pavillon Lug ins Tal. Die Erholungssuchenden überquerten im
weiteren Verlauf die obere Lärchenwegbrücke. Von hier aus ist auch heute noch deutlich zu erkennen, das der Schießbach ab der
oberen Brücke in ein künstliches Bachbett umgeleitet wurde, denn ursprünglich ging der Schießbach direkt durch den Stadtgarten.
Um einer weiteren Zerstörung der Stadtmauer durch den wilden Schießbach entgegen zu wirken, wurde diese Baumaßnahme
durchgeführt. Weiter ging es zum Lärchenweg, auch Pietistenweg genannt, mit herrlichem Blick auf die Dächer Calws.
Andere Besucher bestaunten die Alpenpflanzen im großen Alpengarten (heute Literaturgarten), genossen die Aussicht von einem der
vielen Pavillons oder lauschten der Calwer Stadtkapelle beim sonntäglichen Konzert in den Anlagen. 1903 fand das erste Kurkonzert
der Stadtkapelle im Stadtgarten statt.
Dr. Emil Schüz, Arzt, Historiker und Naturwissenschaftler und insbesondere Ökonomierat Eugen Horlacher aus Alzenberg engagierten
sich ganz besonders für den Verein und den Stadtgarten, weshalb ihnen auch ein Gedenkstein in den Anlagen gesetzt wurde.
Der gebürtige Calwer, Gustav Eugen Horlacher, betrieb mit großem Erfolg am Postackerweg in Alzenberg einen landwirtschaftlichen
Betrieb. Dort, am Waldrand finden wir einen weiteren Gedenkstein, der an seine viel zu früh verstorbene Mutter, Sophie Horlacher
(geborene Zahn aus Calw), erinnert.
Kontakt
Adresse
Stadtgarten
75365 Calw