Stadtnachricht

Neue Ausstellung ab 15. April im Hermann Hesse Museum


Die Vorbereitungen für die Sonderausstellung laufen auf Hochtouren

Die Sonderausstellung „Durch den Filter der Seele. Die Calwer Künstler Rudolf Schlichter, Kurt Weinhold und Richard Ziegler“ wurde im Hermann Hesse Museum eröffnet. Einweihung war am Sonntag, 15. April.

Nach einer Begrüßung durch Oberbürgermeister Ralf Eggert führte Olaf Peters, Professor für Neueste Kunstgeschichte und Kunsttheorie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, thematisch in die Neue Sachlichkeit ein.

Was haben Rudolf Schlichter, Kurt Weinhold und Richard Ziegler gemeinsam?  In erster Linie ist an die Verbindung zu Calw zu denken, ihrem Geburts-, Heimat- oder Schaffensort. Und an das gemeinsame Schicksal, wie die Kuratorin der Ausstellung, Ute Lilly Mohnberg, berichtete: „Die genannten  Künstler feierten zur Zeit der Weimarer Republik erste große Erfolge und erlebten als Vertreter der Neuen Sachlichkeit neben Künstlergrößen wie George Grosz und Otto Dix, mit denen sie im Umfeld der Novembergruppe gemeinsam ausstellten, eine künstlerische Blütezeit.“

Doch diese fand mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 ein abruptes Ende. Während Richard Ziegler noch im selben Jahr den Weg ins Exil wählte, zogen sich Schlichter und Weinhold in die innere Emigration zurück. Gerade Schlichters Werke galten als „entartete Kunst“ und waren in der gleichnamigen NS-Propagandaschau ausgestellt. „Unter diesen Vorzeichen verschwanden sie alle nahezu aus dem Kunstbewusstsein und fanden nach 1945 nur schwer wieder Anschluss an die Kunstszene, nachdem sich nun auch die Abstraktion als neuaufkommende Kunstströmung durchzusetzen begann“, so die Kuratorin.

Nun kehren die Künstler an ihre ehemalige Wirkungsstätte zurück. Anhand themenorientierter Räume macht sich die Ausstellung in Calw auf die Suche nach Gemeinsamkeiten, aber auch Gegensätzen hinsichtlich biografischer, künstlerischer und soziokultureller Elemente und zeigt einen Querschnitt des vielfältigen Werkes dieser Maler. Hierzu zählen beispielsweise die Portrait- und Landschaftsmalerei, grafische Arbeiten und sozialkritische sowie religiöse Aspekte ihres Schaffens. Wie die Ausstellungsmacher betonten, zeigt nun zum ersten Mal eine gemeinsame Ausstellung unter den genannten Prämissen Werke dieser drei Künstler hier an ihrem einstigen Wirkungsort.

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