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Ausstellung: Die Calwer Zeughandlungs-Compagnie (1650–1797) - Calw als wirtschaftliches Zentrum des Herzogtums Württemberg

So, 21. Juli bis So, 13. Oktober 2019
Das Datum dieser Veranstaltung liegt in der Vergangenheit

Eröffnung der Ausstellung, Sonntag 21.07.2019, 14:00 Uhr

Calw als wirtschaftliches Zentrum des Landes Baden-Württemberg? Das ist schwer vorstellbar. Im 17. und 18. Jahrhundert jedoch war die Stadt an der Nagold genau dies: Das wirtschaftliche Zentrum des Herzogtums Württemberg. Ausgangspunkt dieser wirtschaftlichen Blüte war die Calwer Zeughandlungs-Compagnie. An sie erinnert eine Ausstellung im Foyer des renovierten Rathauses.
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Beschreibung
1783 hatten fünf der sieben wichtigsten Handelsgesellschaften des Herzogtums ihren Sitz in Calw. In keiner anderen Stadt waren so viel kaufmännisches Wissen und Unternehmungsgeist, aber auch Kapital konzentriert.

In Calw war bereits seit dem 15. und 16. Jahrhundert die Textilherstellung und –veredelung etabliert. 1650 schließlich schloss sich eine Gruppe von wohlhabenden Färber-Familien zusammen: Zur Calwer Zeughandlungs-Compagnie. Sie kaufte die Produktion von tausenden von Tuch- und Zeugmachern (Zeuge waren leichte Wollstoffe) im weiteren Umland um Nordschwarzwald und Gäu auf. Und sie sorgte dafür, dass diese beliebten Stoffe auf den wichtigsten Messen angeboten wurden und so ihren Weg in zahlreiche Länder fanden.

Bis zu 7000 Menschen waren für die Compagnie tätig. Sie waren an das Calwer Unternehmen „gebannt“, durften ihre Ware niemand anderem anbieten. Der Lohn für die Spinnerinnen oder Tuchmacher war oft karg. Immerhin war dieser Lohn aber für viele Menschen die unentbehrliche Grundlage fürs Überleben, das sonst im nicht sehr reichen Württemberg schwergefallen wäre.
Die Teilhaber der Compagnie hingegen konnten mitunter traumhafte Vermögen erwirtschaften: Die Familien Dörtenbach, Zahn, Wagner, Demmler, Schill, Schüz, Vischer u.a. investierten meist erfolgreich in zahlreiche weitere Unternehmungen: Bergbau, Floß- und Salzhandel, Zuckerraffinerie oder Porzellanherstellung.
 
Ende des 18. Jahrhunderts hatte sich die Compagnie überlebt. Die Produktion war unflexibel geworden. Angesichts der ausländischen Konkurrenz mit modischeren, billiger herzustellenden Stoffen blieb man in Calw bei Altvertrautem, das noch dazu zu teuer produziert wurde. Schließlich versperrten die französischen Revolutionskriege den letzten noch verbliebenen einträglichen Markt: Italien.
1797 wurde die Compagnie aufgelöst. Etliche ihrer Angehörigen verließen die Stadt und gründeten Bankhäuser, wurden Investoren der beginnenden Industrialisierung oder gingen in die Politik. Zwar blieb die Tradition der Textilherstellung in Calw bis weit ins 20. Jahrhundert lebendig (Calwer Deckenfabrik). Doch die wirtschaftliche Bedeutung, die die Stadt zu Zeiten der Zeughandlungs-Compagnie gehabt hatte, konnte sie nie mehr erlangen.

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Stadt Calw, Stadtarchiv
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