Drei- Bahnen- Blick
Drei- Bahnen- Blick der Württembergischen Schwarzwaldbahn.
Die 1872 fertiggestellte Württembergische Schwarzwaldbahn, die Strecke Stuttgart – Calw, bietet einige Besonderheiten. Um von der Gäuhochfläche bei Althengstett die vier Kilometer Luftlinie bis ins Nagoldtal zu überwinden, benötigt die Schwarzwaldbahn mehr als zehn Streckenkilometer. Dabei wird die Strecke als Gebirgsbahn – die längste
in ganz Württemberg – zunächst am rechtsseitigen Nagoldhang bei kontinuierlichem Gefälle in nördlicher Richtung bis Hirsau geführt. Dort wird sie durch einen Wendetunnel zurück nach Süden geleitet und erreicht dann den alten Bahnhof der Stadt auf Talniveau. Dadurch entsteht der Eindruck zweier parallel in unterschiedlicher Höhe verlaufender
Strecken. Zudem verläuft unterhalb dieser beiden Streckenabschnitte eine dritte Bahntrasse: Die der 1874 eingeweihten Nagoldtalbahn von Calw nach Pforzheim. Alle drei Schienenstränge ergeben den bekannten Calwer Drei-Bahnen-Blick am Steilhang östlich der Stadt.
Wer mit der Bahn von Stuttgart kommend sich der Stadt näherte, konnte zweimal den Blick auf die im Tal liegenden Häuser,
Straßen und Plätze genießen, die immer näher kamen.
Hermann Hesse hat dies in seiner Erzählung Schön ist die Jugend (1907) beschrieben: Vorsichtig fuhr der Zug in großen
Windungen den Hügel abwärts, und mit jeder Windung wurden Häuser, Gassen, Fluß und Gärten der unten liegenden Stadt näher und deutlicher. Bald konnte ich die Dächer unterscheiden und die bekanntesten aussuchen. […] Als der Zug über unseren Garten wegfuhr, stand im obersten Fenster des alten Hauses jemand und winkte mit
einem großen Handtuch. Das musste mein Vater sein.
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Drei- Bahnen- Blick
Im Stadtgarten/ Schillerstraße
75365 Calw